Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen

Ein Ende des Fachkräftemangels ist nicht absehbar. Dieses Ergebnis aller unter mittelständischen Unternehmen durchgeführten Befragungen der letzten Jahre weist auf ein gravierendes strukturelles Hemmnis hin, das das Wachstumspotential der deutschen Wirtschaft auch unabhängig von der derzeit noch günstigen konjunkturellen Grundtendenz begrenzt. Die demografische Entwicklung, Versäumnisse im Bildungs- und Erziehungssystem sowie ständig steigende Qualifikationsanforderungen im Zuge des technischen Fortschritts sind die Hauptursachen dieser Entwicklung. Engpässe bei der Rekrutierung qualifizierten Personals sind in Unternehmen aller Größenordnungen festzustellen, allerdings weisen kleinere Betriebe prozentual deutlich mehr offene Stellen auf als größere Unternehmen. Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern haben dabei die größten Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen zu besetzen.

 Die lange Zeit in Politik und Gesellschaft herrschende Skepsis gegenüber der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte hat nicht zuletzt vor dem Hintergrund der insgesamt positiven Erfahrungen mit der Freizügigkeit in der EU und der durchgreifenden Verbesserung der Arbeitsmarktlage deutlich abgenommen und insbesondere mit der europaweiten Einführung der Blue Card zu einer wesentlich liberaleren Handhabung der Zuwanderung insbesondere akademisch gebildeter Arbeitnehmer geführt. Das Potential an qualifizierter Zuwanderung ist naturgemäß durch den Fachkräftebedarf und die Karrierechancen, die auch in anderen Teilen der Welt bestehen, sowie durch kulturelle und sprachliche Barrieren nicht unbegrenzt. Aus Sicht der mittelständischen Wirtschaft könnte es allerdings noch besser ausgeschöpft werden. Dazu wäre es einerseits erforderlich, die zwar inzwischen deutlich herabgesetzte, aber nach wie vor bestehenden Einkommensschwellen für die qualifizierte Zuwanderung von 48.000 € weiter zu senken, um auch kleineren Unternehmen, die nicht so hohe Gehälter zahlen können wie Großunternehmen, das Potential ausländischer Kräfte besser zu erschließen. Parallel dazu sollte die Blue Card auch für nicht akademische, qualifizierte Arbeitskräfte in Engpassberufen geöffnet werden. Gerade in diesem Bereich ist aufgrund der demografischen Entwicklung eine spürbare Verschärfung des Fachkräftemangels zu erwarten.

Die wesentlichen Impulse zur Sicherung des hohen Fachkräftebedarfs und damit des Wohlstands in Deutschland müssen aus der Bildungspolitik kommen. Einen starken Stützpfeiler der Qualifizierung in Deutschland stellt das Duale System der beruflichen Bildung dar, das in seinem Kern sehr gesund ist und durch ständige Anpassung der Berufe und Ausbildungsordnungen an die sich im Strukturwandel und technischen Fortschritt permanent ändernden Qualifikationsanforderungen leistungsfähig und vital gehalten werden muss. Allerdings kann das Duale System Mängel in der Ausbildungsreife der Auszubildenden nur sehr bedingt abmildern. Der IMU sieht deshalb in einer intensiven vorschulischen Erziehung, die mittelfristig in eine allgemeine Vorschulpflicht für alle Kinder als solides Fundament für eine erfolgreiche Schulausbildung münden muss, einen wichtigen Schlüssel für die Verbesserung der Leistungen des gesamten Bildungssystems. Leider ist festzustellen, dass die jahrelangen Anstrengungen von Bund und Ländern zum Ausbau der Kinderbetreuung immer noch nicht flächendeckend zum Erfolg geführt haben. Dieses Ziel muss insbesondere auch vor dem Hintergrund des erheblichen Bedarfs zur Betreuung von Kindern aus bildungsfernen Schichten sowie zur besseren Integration von Kindern mit Migrationshintergrund endlich ohne Abstriche erreicht werden. Mit der Einführung des Betreuungsgeldes ist die Gefahr verbunden, dass diese Ziele nur bedingt erreicht werden können. Der IMU spricht sich deshalb für eine intensive begleitende Evaluierung dieses Instrumentes aus und erwartet von der Politik eine unverzügliche Kehrtwende, sollten sich die breit geäußerten Befürchtungen als begründet herausstellen.

Die Unübersichtlichkeit der Förderangebote in unserem föderalen Erziehungs-, Bildungs- und Ausbildungssystem stellt sich mehr und mehr als Effizienzbremse heraus. Dies gilt gerade auch für den Übergangsbereich von Schule in Ausbildung und Beruf. Hier bedarf es einer stärkeren Konzentrierung auf sich als erfolgreich erweisende Maßnahmen zur Berufsorientierung, Sicherung der Ausbildungsreife, bei der überbetrieblichen Ausbildung und zur Begleitung der betrieblichen Ausbildung. Ein gelungenes Beispiel stellen hier die geförderten betrieblichen Einstiegsqualifizierungen dar. Das vorhandene Potenzial an Begabungen kann bei mangelnder Durchlässigkeit zwischen den Bildungsbereichen nicht voll ausgeschöpft werden und die Durchlaufzeiten durch das Bildungssystem werden unnötig verlängert. Mit größerer Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulsystem ließe sich der deutliche Rückstand in der Zahl deutscher Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung im internationalen Vergleich verringern, die Attraktivität der beruflichen Bildung für die Jugendlichen und die Unternehmen steigern, Weiterbildung und lebenslanges Lernen im Rahmen berufsbegleitender Studienangebote fördern und den Bedürfnissen der Wirtschaft nach hoch qualifizierten praxisorientierten Mitarbeitern Rechnung tragen.

 

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